Epstein Files Transparency Act

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Epstein Files Transparency Act – Was wirklich in den Akten steht (und was nicht)

Das Epstein Files Transparency Act verpflichtet das US-Justizministerium, unklassifizierte Epstein files offen zu legen. Trotz Gesetz kam es zu Verzögerungen, Redaktionen und Falschinformationen – mit weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Folgen.

Typischer Ablauf / Erscheinungsformen

  • Gesetzgebung gegen den Willen der Regierung

Das Gesetz wurde durch eine Discharge Petition gegen Trumps Widerstand im Kongress durchgesetzt – mit Unterstützung von über 200 Demokraten und einigen Republikanern.

  • Fristversäumnis trotz klarer Gesetzesvorgabe

Statt der gesetzlich geforderten vollständigen Veröffentlichung binnen 30 Tagen erschienen nur Teilmengen der Dateien – viele davon geschwärzt.

  • Massive Redaktionen und Datei-Löschungen

Hunderte Seiten wurden komplett geschwärzt. Ein Foto von Trump mit Epstein wurde kurzzeitig gelöscht, dann kommentarlos wiederhergestellt.

  • Falsche Beweiskraft durch virale FBI-Dokumente

Screenshots aus Hotline-Hinweisen ohne FBI-Bewertung führten zu falschen Annahmen über Prominente – obwohl das FBI sie als „nicht glaubwürdig“ eingestuft hatte.

Konkrete Fallbeispiele

  • Howard Lutnick

E-Mails belegen eine Bootsfahrt zur Epstein-Insel 2012 – trotz seiner Behauptung 2025, „nie in einem Raum mit ihm gewesen zu sein“.

  • Elon Musk

Mehrere E-Mails (2012–2014) zeigen Musks aktives Interesse an Epsteins Partys. Im Widerspruch zu seiner Aussage 2024: „Ich habe Einladungen abgelehnt.“

  • Dokument EFTA01660679

Ein virales FBI-Dokument enthält Anschuldigungen wie Kindsmord und Sexhandel. In viralen Screenshots fehlt die entscheidende „Response“-Spalte – dort stuft das FBI die Hinweise als unglaubwürdig ein.

Risiken & Folgen

Virale Posts zeigen nur die Anschuldigungen – nicht aber, dass das FBI sie verworfen hat.

  • Vertrauensverlust in Justiz und Politik

Fristversäumnisse und widersprüchliche Aussagen führten zu wachsender öffentlicher Skepsis.

  • Instrumentalisierung durch politische Lager

Sowohl Trump-Kritiker:innen als auch Unterstützer:innen verwendeten die Akten zur eigenen Agenda.

  • Zweite Traumatisierung der Opfer

Missbrauchsüberlebende kritisierten, dass ihre Namen öffentlich gemacht wurden – Täter aber unbenannt blieben.

Handlungsempfehlungen

  • Immer die FBI-Bewertung prüfen

Viele Dokumente enthalten eine „Response“-Spalte mit Einschätzung wie „not credible“ oder „no contact made“. Nur diese zeigen, wie das FBI Hinweise bewertet hat.

  • Verifizierte Inhalte von Behauptungen trennen

E-Mails, Fotos und Protokolle sind belegbar – Hotline-Tipps dagegen nicht automatisch glaubwürdig.

  • Offizielle Quellen nutzen

Die vollständigen Dateien sind in der „Epstein Library“ auf justice.gov/epstein einsehbar – inklusive Metadaten und Bewertung.

  • Nicht jeden Screenshot weiterverbreiten

Virale Posts ohne Kontext können Schaden anrichten – etwa für Opfer, Angehörige oder Unschuldige.

FAQ-Kernfragen

  • Beweist Dokument EFTA01660679 Straftaten von Trump?

→ Nein. Es dokumentiert anonyme Hinweise – das FBI bewertete diese als „nicht glaubwürdig“.

  • Wurde das Gesetz eingehalten?

→ Offiziell: ja. Am 30. Januar 2026 wurden 3,5 Millionen Seiten veröffentlicht. Kritiker:innen sagen: Die Hälfte der Akten fehlt.

  • Welche Prominenten tauchen auf?

→ U.a. Donald Trump, Elon Musk, Bill Gates, Sergey Brin, Prince Andrew, Bill Clinton, Steve Tisch – aber: Keine dieser Personen wurde bislang strafrechtlich belangt.

Chronologie der Ereignisse

2024

  • Juni: Trump verspricht im TV die Veröffentlichung der Epstein-Akten.
  • November: Trump gewinnt die Präsidentschaftswahl.

2025

  • Februar: Justizministerin Pam Bondi behauptet, die „Client-Liste“ liege auf ihrem Schreibtisch.
  • Juli: DOJ erklärt überraschend, es gebe keine belastende Liste – Empörung folgt.
  • September: Rep. Thomas Massie startet eine Discharge Petition zur Freigabe der Akten.
  • November 18: Das Repräsentantenhaus stimmt mit 427:1 für das Gesetz.
  • November 19: Trump unterzeichnet – das DOJ erhält 30 Tage Frist.

Dezember 2025

  • 19. Dez.: Nur 3.965 Dokumente veröffentlicht – viele geschwärzt.
  • 20.–23. Dez.: Weitere Releases, darunter fehlerhaft redaktierte PDFs.
  • Virales FBI-Dokument EFTA01660679 löst Empörung aus – trotz fehlender Glaubwürdigkeit der Hinweise laut FBI.

Januar 2026

  • 8. Jan.: Forderung nach „Special Master“ zur Überprüfung der restlichen Akten – später abgelehnt.
  • 30. Jan.: Veröffentlichung von 3,5 Millionen Seiten, 2.000 Videos, 180.000 Bildern. DOJ erklärt das Gesetz für erfüllt.

Was ist belegt?

  • Trump flog mindestens 8x mit Epsteins Jet

→ Darunter Flüge mit Maxwell und einer anonymen 20-Jährigen.

  • Kontakte bis 2012 trotz angeblichem „Bruch 2004“

→ E-Mails sprechen von Mar-a-Lago-Besuchen nach 2004.

  • Epsteins eigene Aussage

→ „Of course he [Trump] knew about the girls.“ – laut E-Mail an Michael Wolff.

Was ist nicht belegt?

  • Kindsmord, Sexring, „Calendar Girls“-Auktionen

→ Entstammen anonymen Hotline-Tipps, vom FBI als „nicht glaubwürdig“ eingestuft.

  • Trump auf Epsteins Insel

→ Kein nachweisbarer Besuch dokumentiert.

Fazit

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten zeigt zwei Dinge:

  • Ja, es gibt belegte Verbindungen zwischen Epstein und mächtigen Persönlichkeiten.
  • Nein, nicht alle Anschuldigungen sind bewiesen – viele stammen aus anonymen Hinweisen ohne Substanz.

Vorsicht ist geboten – insbesondere bei emotional aufgeladenen Inhalten, die komplexe Sachverhalte vereinfachen oder verdrehen.

Weiterführende Links

Offizielle & journalistische Quellen

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